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Sowas wie ein Fazit

9. September 2010

Mein Aktivismus hat sich ja stark vom Netz auf die Straße verlagert, was dazu geführt hat, dass man hier kaum mehr etwas von mir liest. Aber zwei Jubiläen sind es trotzdem wert erwähnt zu werden. Zum einen lebe ich jetzt seit über einem Jahr vegan und zum anderen mache ich seit über einem halben Jahr Tierrechtsarbeit im realen Leben.
Ich hatte mich ja auf die Suche nach ein paar Leuten gemacht, die mit mir Tierrechtsarbeit machen wollen und bin nach einigen Rückschlägen tatsächlich fündig geworden und wir haben gemeinsam die coolste und lauteste Tierrechtsgruppe Deutschlands gegründet, so der interne Name. ;-)
Besonders wichtig ist es für mich dabei immer noch eine Infrastruktur aufzubauen, also anderen eine Plattform zu bieten, so dass sie ihr Tierrechtsprojekt umsetzen können ohne erst den ganzen Aufwand zu haben, den wir die letzten Monate hatten. Wenn es in Wien 150 Aktivisten gibt, dann können wir das auch, habe ich mir gedacht!
Ich finde es schade, dass die Vereine, die das Geld hätten, es nicht mehr dazu nützen lokalen Aktivismus zu pushen, so dass neu gegründete Gruppen sich momentan erst mal überlegen müssen, wo sie Geld für Flyer und einen Pavillion herkriegen. Auch das ist in Österreich besser.
Ich habe aber nicht vor umzuziehen, es wäre mir lieber, wir hätten hier eine Bewegung wie die in Österreich und vielleicht tut sich da ja in Zukunft was.
Die Erfahrungen, die ich hier gemacht habe waren einerseits sehr positiv, weil ich viele engagierte, nette Leute kennen gelernt habe, aber auf der anderen Seite auch sehr ernüchternd, wenn ich erleben musste, wie Leute nur meckern und andere bei ihrer Arbeit behindern, sich in internen Streitereien und Abgrenzungsbemühungen verausgaben und dabei selbst ihren Arsch nicht hoch kriegen. Das sind dann Leute, die wahnsinnig stolz sind nach monatelanger Diskussion eine Distanzierungserklärung verabschiedet zu haben und auf Demos nicht erscheinen, wenn der Veranstalter keine Sonnencreme mitbringt oder die Route länger als 100 Meter ist. Das ist kein Scherz!
Auf der anderen Seite gibt es dann Leute, die zwar aktiver, aber total unrealistisch sind. Die wollen dann erst mal alle Menschen zu anarchistischen Selbstversorgern machen und der Rest kommt dann von ganz allein, oder so. Die finden es dann doof, wenn es Sojamilch im Supermarkt gibt und nennen das emanzipatorisch. Ich würde mich auch als konsumkritisch bezeichnen, aber das ist einfach nur noch blind. Bah. Außerdem lesen sie Adorno! War ja klar was dabei raus kommt.
Naja, und was will ich? Ich will seriöse, vernünftige, aktive Tierrechtsarbeit.

Was will ich? – Was willst du? – Tofu und Salat dazu! ;-)

From → Aus dem Alltag

4 Kommentare
  1. Kabi permalink

    Ich bewundere deinen Einsatz.

    Übrigens fände ich es sehr interessant auch darüber mehr zu lesen, also ich kenne keine deutschen Blogs über „offline“ Aktivismus (die über Berichte hinausgehen). Aber vielleicht passt das auch nicht so hier rein, nur n Gedanke. Jedenfalls viel Spaß und Erfolg weiterhin!
    Ach aber Adorno kann man doch bestimmt auch lesen, ohne dass man danach abhebt. Muss aber zugeben, ihn bisher auch nicht aus verstaubten elterlichen Regalen entwendet zu haben ; )

  2. Michael permalink

    Ich schließ mich Kabi an und würde auch gern mehr über eure „Außeneinsätze“ lesen. ;-)

  3. Ich bin mir sicher, die Polizei schließt sich dem auch an. ;-)
    Aber Spaß beiseite, die Idee ist an und für sich nicht so schlecht, aber ich weiß nicht, ob ich die Zeit dafür finde und ob es überhaupt interessant genug ist.
    Danke jedenfalls. :-)

  4. Aktionismus auf der Straße ist sowieso viel wichtiger als das blöde Internet. ich glaub die ganzen Petitionen sind total für n Arsch, aber wenn den Leuten da draußen zeigt, dass Veganismus cool ist und man wirklich was gegen Tierquälerei – durch sein eigenes Konsumverhalten und politische Mitspracherechte – machen kann, dann zieht die das auch mit!
    Ich fänds schön wenn du ab und an mal über eure Aktionen berichtest, muss ja nicht lang sein. Ein paar Fotos reichen :-)
    Viel Erfolg und Spaß bei der Tierrechtsarbeit!

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