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Datenschutz für Anfänger

25. März 2010

Heute hat sich hier ja alles um Datenschutz gedreht, ich war den halben Tag damit beschäftigt mein Debian-System inklusive Root-Partition komplett zu verschlüsseln und zwar ohne Neuinstallation und mit Hilfe einer uralten Arch Live-CD, die ich mal irgendwie auf einen USB-Stick gepackt und eben wiedergefunden habe. Da ich das alles noch nie gemacht habe wurde das ganz schön haarig, vor allem das anschließende Anpassen der Konfigurationsdateien auf gut Glück bzw. mit Hilfe der Dinge, die ich mit dem Textbrowser und einer furchtbaren Auflösung im Internet zusammenklauben konnte. Aber hey, wer schon mal ein Linux from Scratch aufgesetzt hat schreckt doch vor einer Festplattenverschlüsselung nicht zurück.

Und Spaß hat es natürlich auch gemacht, vor allem als ich kurz vor dem Nervenzusammenbruch stand, als ich weder auf die zurückgespielten Daten noch die Sicherungskopien, die sich ebenfalls auf einer verschlüsselten Partition (externe Festplatte) befinden, Zugriff hatte. Ja, man kann sich auch immer an der gleichen Stelle vertippen, da hilft dann auch das zweimalige Eingeben des Passworts nicht.

Wieso das Ganze eigentlich? Weil es das Einzige ist, das ich mit meinem System noch nicht angestellt habe? Weil ich ein Ökoterrorist bin, der Angst vor Hausdurchsuchungen hat? Das natürlich auch, aber vor allem, weil das hier ein Netbook ist und es bei Verlust oder Diebstahl kein Aufwand wäre von einem externen Medium zu booten und auf meine Daten zuzugreifen.

Der Gag an der Geschichte ist jetzt allerdings die Entdeckung, die ich anschließend gemacht habe, als ich mich auf der Homepage meiner Uni eingeloggt habe um zu schauen wo die GnuPG-signierte Mail bleibt, die ich mir gerade selbst geschickt hatte und die eigentlich sofort weitergeleitet werden sollte. Da hat jemand mal wieder rumgebastelt und alles verschlimmbessert, aber das eigentlich schockierende war das Bild, das da neben meiner Nachricht erschien. Das war nämlich mein Gravatar. Ich hatte den eigentlich nur für meine Bloggerei eingerichtet und mir keine großen Gedanken darüber gemacht. Das war ein Fehler, wie ich jetzt weiß. Dieses Bild, das früher immerhin mal einen ALF-Aktivisten mit befreitem Äffchen gezeigt hat, kriegen also theoretisch auch Professoren zu sehen, denen ich eine Mail schreibe. Das ist gut zu wissen!

Und jetzt bin ich doch froh, dass ich für den Unimailverkehr doch immer eine andere Mailadresse verwendet habe…

Da hilft dann die beste Verschlüsselungstechnik nichts, wenn man so freizügig bzw. schlampig mit seinen Daten umgeht.

From → Kellerkind

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