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“I’d Rather Go Naked than Sit in the Back of the Bus”

28. November 2009

Gary Francione ist der Meinung, dass eine solche Kampagne der Bürgerrechtsbewegung nicht dienlich gewesen wäre und das gilt auch für die Tierrechtsbewegung.

One Comment
  1. Ich bemühe mich ja um Ausgewogenheit in der Berichterstattung, daher jetzt auch zu diesem Punkt Dr. Dr. Martin Balluch:

    Wie man die Welt nicht verändert.

    Die Situation in Deutschland:

    In Deutschland stammen die meisten Tierrechtsaktiven aus dem bürgerlichen Milieu oder aus der Studentenschaft. In Deutschland ist die Theoriearbeit das um und auf. Es gibt viel eher Arbeitskreise und Treffen, aus denen Reader entstehen, als direkte Aktionen, Jagdstörungen oder gewalttätige Demos. In Deutschland dominieren auch die Vereine gegenüber den losen, anonymen Gruppierungen, die aktiv sind. Es herrscht kein Krieg gegen die TierausbeuterInnen, sondern viel eher innerhalb der Tierrechtsbewegung. Es gibt kaum Verletzte, keine Tote und keine Gefangenen. Der Staat sieht sich nicht genötigt zu reagieren.

    […]

    In Deutschland wird die Bewegung vom studentisch-bürgerlichen Milieu getragen und ist entsprechend vergleichsweise inaktiv und theorienschwanger. In der Diskussion mit anderen TierrechtlerInnen eröffnen sich die Konflikte und dort werden sie ausgetragen. Die Folge ist, dass man in den GesprächspartnerInnen die vermeintlichen FeindInnen erkennt, weil man mit den TierausbeuterInnen, den eigentlichen politischen GegnerInnen, ja gar nicht in Kontakt tritt. Ein Konsens und eine einheitliche Theorie entwickelt sich am besten, wenn man möglichst wenige GesprächspartnerInnen hat. Eine Aktion entwickelt sich am besten, wenn man möglichst viele AktivistInnen hat. Entsprechend ergibt sich für Aktionen (in England) eine große Toleranz gegenüber anderen TierrechtlerInnen, aber für Theoriearbeit (in Deutschland) eine sehr geringe Toleranz gegenüber anderen TierrechtlerInnen. Die Denunziationen und Spaltungen sind im letzteren Fall vorprogrammiert.

    Die erfolgreiche Bewegung:

    Soll also die Tierrechtsbewegung erfolgreich sein, müssen wir diese beiden Lehren aus der 1968er Bewegung ziehen. Erstens dürfen wir keine Aufsplitterung der Kräfte, keine Trennung in Tierschutz versus Tierrechte, große Vereine versus kleine Aktionsgruppen, bürgerliche versus linke AktivistInnen usw. zulassen. Und zweitens müssen wir mit allen Mitteln die Denunziation innerhalb der Bewegung verhindern und bekämpfen. Mit einem Wort: wir brauchen Toleranz füreinander. Liberale, demokratische Toleranz, und eine bunte Vielschichtigkeit, viele verschiedene Meinungen und viele verschiedene Gruppierungen mit einem gemeinsamen Ziel, dem Ende der Tierausbeutung. Aber für diese Toleranz – und das ist eine zentrale Voraussetzung – brauchen wir genauso Sensibilität gegenüber unterdrückten Gruppen und Minderheiten. Der österreichische Philosoph Karl Popper hat das in seinen berühmten Satz gefasst: alles müssen wir tolerieren, nur keine Intoleranz. Hier mit dem richtigen Maß an der richtigen Stelle die Grenze zu ziehen, unbeirrt durch persönliche Animositäten oder ideologische Scheuklappen, DAS ist die Kunst der letztendlich erfolgreichen Bewegung.

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